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Verschweigen hieße gutheißen

Euskirchen zeigt anlässlich des AfD-Parteitags Herz

 EUSKIRCHEN, 01.12.2016 Euskirchen zeigt Herz – ein breites Bündnis aus Parteien, Wohlfahrtsverbänden und engagierten Bürgern und Bürgerinnen ruft für Samstag zur Kundgebung (ab 10:00) auf dem Herz-Jesu-Vorplatz auf. Damit wird ein deutliches Zeichen gegen die soziale Kälte und Fremden- und Islamfeindlichkeit der AfD gesetzt, die zeitgleich ihren Landeswahlparteitag im Cityforum fortsetzt.

„Ich freue mich, dass so viele unterschiedliche Organisationen und Personen zusammengefunden haben, um ein Zeichen zu setzen für ein anderes Menschenbild“, sagt der SPD-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Markus Ramers, „Die Kundgebung soll bewusst keine Demonstration gegen die AfD, ihre Mitglieder und Wähler sein. Wir wollen zeigen, dass wir für eine vielfältige, gleichberechtigte und solidarische Gesellschaft stehen.“, so Ramers und weiter: „Allerdings hätte ich mir gewünscht, auch von offizieller Seite, sprich der Stadtverwaltung, mehr Unterstützung für unser Anliegen zu erfahren.“

Gianna Lakhal, Vorsitzende des SPD Ortsvereins Euskirchen, äußert sich weniger diplomatisch zu der Haltung von Bürgermeister Dr. Uwe Friedl: „Heute im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften mussten wir und die Kollegen der Fraktion ‚Die Linke‘ uns den abstrusen Vorwurf anhören, wir würden mit unserer Öffentlichkeitsarbeit und  unseren Aktionen anlässlich des  AfD-Parteitags in Euskirchen nrw- und bundesweit für negative Schlagzeilen sorgen“, berichtete Lakhal aus dem Rathaus. „Das kann so nicht stehen bleiben. Es ist die AfD, die mit ihren ungaren populistischen Aussagen das Ansehen Deutschlands in der Welt beschädigt. Mit Ignorieren und Totschweigen würden wir diesen Umtrieben nur Vorschub leisten und sie insgeheim gutheißen.“

Durch einen ungeplanten Zufall fand heute praktisch zeitgleich zur AWL-Sitzung im Casino eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Landesverfassungsschützer Burkhard Freier statt. Michael Stabel, Vorsitzender des Euskirchener Sozialausschusses, erhielt von Freier auf seine Fragen klare Antworten: „Die Islam- und Fremdenfeindlichkeit von AfD, Pegida und identitärer Bewegung wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung“, bestätigte Freier. Erst durch die Ausgrenzung aus der Gesellschaft und dem Hass, der ihnen entgegenschlägt, würden sich viele muslimische Bürger und Bürgerinnen radikalisieren.

Horst Belter, stv. Bürgermeister und Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Freizeit und Sport rettete sich in Sarkasmus: „Wir wollten doch das Cityforum beleben, aber muss es ausgerechnet die AfD sein?“ Belter, der sich seit vielen Jahren sowohl als Politiker als auch für die evangelische Kirchengemeinde für Integration einsetzt, appelliert an die Euskirchener und Euskirchenerinnen: „Bleibt offen, für die die anders sind, anderes leben und anders glauben! Wenn wir voneinander lernen, gewinnen wir alle und erst recht unsere Stadt und unsere Gesellschaft!“

Pressemitteilung der SPD Euskirchen

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